St. Barbara Schutzpatronin durch die Zeit
 
 

Sankt Barbara ist eine Gestalt, welche in der Geschichte des Christentums große Bedeutung und Verehrung gefunden hat. Sie gehört auch zu den vierzehn Nothelfern.
Die Bergleute verehren Sankt Barbara als ihre Schutzpatronin. Daher tragen viele Bergmannstöchter ihren Namen. Auch Kirchen, Krankenhäuser, Schulen und Straßen in Bergbauregionen sind nach ihr benannt. Da alles was im Dunkeln schwebt Sankt Barbara um Beistand bittet, ist sie auch die Schutzpatronin der werdenden Mütter (der Gebärenden), der Tunnelbauer und vielen mehr.
Zur Legende: In Nicodemia, Kleinasien, lebte ein sehr reicher Mann mit Namen Dioscorus. Dieser hatte eine sehr schöne Tochter, Barbara, der Name bedeutet: Fremde, Andersartige. Der Grund für diesen Namen soll ihr rotes Haar gewesen sein. Da Dioscorus seine schöne Tochter abgöttisch liebte, schloss er sie in einen Turm.
Durch Origenes erfuhr Barbara vom Christentum. Als der Vater auf Reisen war sie ließ sie zu den zwei vorhandenen Fenstern noch ein drittes in den Turm brechen, um dadurch an die heilige Dreifaltigkeit zu erinnern. Als Dioscorus von seiner Reise zurückkehrte und von seiner Tochter erfuhr, dass sie zum Christentum gefunden hatte, nahm er sein Schwert und enthauptete Barbara.
Ihr Festtag ist der vierte Dezember.

 
 
Barbaralied
 
 

Strahlender Stern in Bergesnacht,
Du Licht in unserm Leben,
Du hell Geleucht im dunklen Schacht,
Du in der Erde Beben.
Zuflucht und Trost dem bangen Herz
Sei uns gegrüßt in Freud und Schmerz.

Du himmelblauer Diamant
Im dunklen Erdenschoße,
Du Königin im schwarzen Land
Vor jedem Kohlenstoße,
Die du uns führst hinab, hinauf,
Wir grüßen herzlich dich Glück auf.

Sei uns gegrüßt, Sankt Barbara,
Dein Lichtstern soll uns leiten.
Bleib uns im dunklen Leide nah
Wie in den hellen Freuden,
Führ unser treues Knappenherz
Durch Erdentiefen himmelwärts.

Schutzpatronin durch die Zeit

 


links: St. Barbara rechts: Medaille St. Barbara

 
 
Kirchen
 
 

Katholische Kirche Sankt Barbara
Meerbeck gehörte um die Jahrhundertwende(1900) kirchlich zu der katholischen Pfarrgemeinde Moers Sankt Josef. Unter den in Meerbeck ansässigen Bewohnern gab es lange Zeit nur eine katholische Familie, und zwar die des Gutsbesitzers Johannes Kothes. Aber der größte Teil der Zuzügler, besonders der Ausländer, war katholisch.

Der im Jahre 1908 nach Moers gekommene Pfarrer Karl Henscher erkannte sogleich die Notwendigkeit der Seelsorge in Meerbeck. Im gleichen Jahr kam Kaplan August Hegenkötter als vierter Kaplan nach Moers an die Sankt Josefs Pfarre. Ihm fiel als Arbeitsfeld in der Hauptsache die Kolonie Meerbeck zu. Besonders sollte er die Seelsorge bei den Slowenen übernehmen, deren Sprache er schon vorher erlernt hatte.
Vom 19. März bis Dezember 1909 wurden auf dem Flur der neuen kath. Volksschule sonntags 2 Messen gelesen. Diese Gottesdienste waren der Anfang der Seelsorge für die Katholiken in Meerbeck.
Am 19. Dezember 1909 wurde der Seelsorgebezirk Meerbeck zur Rektoratsgemeinde erhoben. Am 31. März 1913 endlich konnte der Bischof die Abpfarrungsurkunde von Moers unterschreiben. Sie trat am 1. April 1913 in Kraft. Der Gemeinde Meerbeck wurde die eigene Vermögensverwaltung übertragen und Pfarrrektor Joseph Arians zum Pfarrverwalter ernannt. Am 16. Oktober 1913 ernannte ihn Bischof Poggenburg, Münster, zum ersten Pfarrer von Meerbeck.


Urkunde Pfarrerhebung

Notkirche 1909
Bei Amtsantritt des Pfarrers Karl Henscher (1908-1930) gehörten zur Pfarre Sankt Joseph Moers 17.000 Katholiken. Die erste Sorge des neuen Pfarrers galt der Errichtung einer Notkirche in Meerbeck. Von der Zeche " Rheinpreußen " wurden mehrere Bauplätze unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Moerser Kirchenvorstand wählte den Platz nördlich der Bismarckstraße, zwischen Donau Straße (ehemals D-Straße) und der Bahnstrecke Moers-Kleve, für den Bau einer Notkirche. Eine Verständigung über die Platzfrage mit den Katholiken Meerbecks hielt man in Moers für überflüssig. Ebenso wenig wurden die " Kolonisten " über den Bauplan der Kirche zu Rate gezogen, welchen Regierungsbaumeister Hertel in Münster entworfen hatte. Die " Moerser " sahen zunächst aus ihrer alten Kreisstadt etwas von oben herab auf diese " Neulinge jenseits der Bahnlinie ".
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Kirchenbau deutlich die damalige Industriearchitektur wiederspiegelte. (Vgl. Tagesanlagen der Schachtanlage IV und V von Rheinpreußen um 1900) Wenn das Äußere der Kirche schon der damaligen Industriearchitektur entsprach, so hatte das Innere das Aussehen einer Fabrikhalle.


Notkirche 1909

Am Sonntag vor Weihnachten, am 19. Dezember 1909, wurde die Notkirche eingesegnet. Sie wurde unter den Schutz der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gestellt.
Das Glöcklein, welches in der Giebelwand hing, stammte noch aus der alten
Moerser Pfarrkirche, dem heutigen Pfarrheim. Das Innere der Kirche war sehr notdürftig eingerichtet. Noch dreiviertel Jahr nach der Einweihung hatten die Wände nur einen Rohputz und der Bodengang war mit Ziegelsteinen gepflastert.
Eine Spende von Rheinpreußen über 5.000 Mark für die Ausstattung der Kirche, ermöglichte unter anderem die Neubeschaffung des gotischen Hauptaltars und zwei gotische Beichtstühle. Die beiden Seitenaltäre, Kommunionbank, einige Statuen und andere Gegenstände waren in den verschiedenen Orten aus den Rumpelkammern der Kirchen zusammen gebettelt worden.
Besondere Erwähnung verdient die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Sie stammte aus dem ehemaligen Franziskanerinnen -Kloster Marienfelde in Rumeln. An sonstigem Inventar hatte das Kirchlein noch mehrere Bänke, welche aus der Kirche in Moers ausrangiert waren. Sie waren für unsere Notkirche sicher auch kein Schmuckstück mehr. Einige nannte man Scherzhafterweise auch nur " Büßer- Bänke ", weil es geradezu eine Folter war, die Zeit während des Gottesdienstes darin zu verbringen.
Wenn die Errichtung der Notkirche auch in einem noch so armseligen Zustand erfolgte, die Meerbecker Katholiken freuten sich über das eigene Gotteshaus.


Innenansicht Kirche 1910

Zentraler Kirchenbau
Der Bau der Zechenkolonie westlich zwischen den Rheinpreußen Schächten IV und V, wurde ungeachtet der kommunalen Grenzen der damaligen Gemeinde Repelen-Baerl und der Stadt Moers, als eine Einheit errichtet. Da der Hochstraßer Teil der Kolonie, noch zur Mutterpfarre Moers gehörte, mit der Kolonie Meerbeck aber ein einheitliches Ganzes mit derselben fremdsprachigen Zusammensetzung bildete, wurden der Wunsch laut, dieses Gebiet auch kirchlich einheitlich zu verwalten.
Durch Verfügung der kirchlichen Behörde vom 2.10. 1913 sollte für Hochstraß und Meerbeck zusammen eine Kirche errichtet werden.
Von der Zeche " Rheinpreußen " war für diese zu erbauende Zentralkirche ein sehr schön gelegener großer Bauplatz an der Preußen Straße (heutige Lindenstraße) Ecke Kirchstraße (heutige Blücher Str.), welcher später zur Vergrößerung des Moerser Friedhofes diente, zugesagt. Die Zeche Rheinpreußen erklärte sich außerdem bereit, neben dem Bauplatz, die


Entwurfs-Pläne Lagerplan

Entwurfspläne Chorseite

Entwurfspläne Südansicht
benötigten Ziegelsteine und einen Bar-Zuschuss von 30.000 Mark zur Verfügung zu stellen. Somit konnte man dem Kirchenbau schon bald näher treten.
Die Kirche sollte im romanischen Stil entstehen und ein Schmuckstück für den ganzen Niederrhein werden.
Dass dieser von Münster unterstützte ehrgeizige Plan nicht verwirklicht wurde, hatte mehrere Gründe. Zunächst einmal scheiterte er an der Unstimmigkeit der beiden Pfarreien Meerbeck und Moers. Pfarrer Henscher von Moers wehrte sich mit aller Macht gegen diesen Plan, denn er war vom Meerbecker Kirchenvorstand ohne Abstimmung mit Moers der bischöflichen

Behörde in Münster unterbreitet worden. Eine wahre Flut von Eingaben mit Argumenten und Gegenargumenten der streitenden Parteien ergoss sich nach Münster. Auch die glaubensfeindliche Presse beschäftigte sich in Hetz- und Schmähartikeln mit dem geplanten Kirchenbau in Meerbeck.
Schließlich bereitete jedoch der 1914 ausbrechende erste Weltkrieg den Bauabsichten ein Ende, und die Kanonenschüsse des Krieges übertönten den Streit der beiden Pfarrgemeinden Moers und Meerbeck.
Später bemühte man sich auf beiden Seiten den geschichtlichen Tatsachen ohne Hass gerecht zu werden.
Die Notkirche erhält 1928 einen fünfeckigen Choranbau
Durch Beschluss des Kirchenvorstandes wurde im Frühjahr 1928 nach den Plänen des Architekten Balzer aus Düsseldorf, mit dem Anbau des Chores begonnen. Im Herbst 1928 war der Rohbau fertig gestellt. Mit den Verputzarbeiten erhielten die Seitenschiffe gleichzeitig einen Rabitzverputz, sie erhielten dadurch ein ganz anderes Aussehen.

 

 

 

 


Zeitungsnotiz "Echo vom Niederhein" vom 15.11.1913

Chronanbau
Innenansicht 1930
Die Pfeiler wurden durch Verputz in eine vollständig veränderte, wirkungsvolle Form

oben links: Turmbau; oben rechts: Glockenweihe; unten: Glockenanlieferung

Die vier neuen Chorfenster waren Erzeugnisse der berühmten Glasmalereianstalt der Gebrüder Derix in Kevelaer. Die beiden inneren Fenster wurden von Kennern als Perlen der Glasmalerei bezeichnet, dass eine stellte Maria als Himmelskönigin und das andere Joseph als Beschützer der Kirche Christi dar. Die ursprünglich für die Kirche in Niederham bei Metz (Lothringen) bestellten Fenster waren von dem Künstler Friedrich Stummel und Schüler gestaltet.


Kirche vor der Zerstörung

Zu Ostern 1931 wurde von der Pfarre Nieukerk ein großes Altarkreuz geschenkt. Der kunstvoll in Eiche geschnitzte Corpus stammt von einem unbekannten Künstler aus der Mitte des 17. Jahrh.
Anbau des Turmes 1935
Bereits beim Choranbau 1928 war nach den Plänen des Architekten Balzer Düsseldorf der Turmanbau mit eingeplant. Dieser musste aus Kostengründen zurückgestellt werden.
Neue Glocken 1936
Ein besonderer Festtag war Sonntag der 23. August 1936. An diesem Tage fand die Weihe der drei neuen Glocken statt. Mit großer Begeisterung hatten die Gläubigen die neuen Glocken wenige Tage zuvor bei ihrer Ankunft begrüßt. Bislang hatte die Gemeinde sich mit einer kleinen Glocke begnügen müssen. Zu Beginn des Jahres hatte sich eine Gruppe von Interessenten unter Führung von Pfarrer Schölling das Geläute der evangelischen Kirche in Kamp - Lintfort angehört. Im Mai 1936 bestellte der Kirchenvorstand das gleiche Geläute beim "Bochumer - Verein " Aktiengesellschaft für Gussstahlfabrikation in Bochum.
Die bestellten Glocken erhielten folgende Inschriften:

Glocke von 1574 mm Durchmesser CHRISTUS KÖNIG ALLEZEIT 1936

Glocke von 1387 mm Durchmesser HL. MARIA B. F. U. 1936

Glocke von 1260 mm Durchmesser HL. JOSEF B. F. U. 1936

Zerstörung
Nach dem die Kirche durch die verheerenden Bombenangriffe schon mehrmals stark beschädigt war, wurde am 8. Nov. 1944 der Turm und die vordere Hälfte der Kirche getroffen. Am 21. Nov. 1944 bekam das Chor und die hintere Hälfte der Kirche einen Volltreffer und damit war die Kirche total zerstört.

 

 

 



zerstörte Kirche

Zerstörte Kirche

Notzeit
Schon bald nach dem Krieg begannen die Aufräumungsarbeiten in der Kolonie. Auch in der Kirche wurde der Schutt zur Seite geräumt. Diese Arbeit sollte neben dem Bergen von kirchlichem Gebrauchsgut, auch die Möglichkeit des Wiederaufbaus der alten Kirche klären.
Bis zum Wiederaufbau eines ordentlichen Gotteshauses kamen als Behelfs- beziehungsweise Notkirche, folgende Projekte in Frage:
Der seit dem 21. Juli 1944 als Kapelle genutzte Gruppenraum im Kindergarten, ( mit Ausnahme zwischen dem 22. Nov. und Weihnachten 1944 war der Kindergarten durch Bombenschäden so stark beschädigt, dass er nicht mehr benutzt werden konnte. In dieser Zeit fand der Gottesdienst im Schwesternheim ohne Dach und bei zugenagelten Fenstern statt. ) wird sich bei der erwarteten Rückführung der Evakuierten, als zu klein erweisen. Darüber hinaus wird dem Kindergarten ein Raum zu seiner eigentlichen Zweckbestimmung entzogen.
Die Nähschule im Schwesternheim, die aber nur wenig größer als der jetzige Raum im Kindergarten ist.
Der große Saal in der Waschanstalt (an der Neckar Straße). Generaldirektor Kost bot der Kirchengemeinde diesen Saal zur Mitbenutzung an. Damit wurde der Gemeinde ein großer, steinerner, geräumiger Raum angeboten, der ihr die unmittelbare Aufgabe, einen eigenen Kirchenraum zu schaffen nahm, ihr aber die Belastung einer Simultan-Kirche für die Zukunft auferlegte.
Um nun so schnell wie möglich einen vorläufigen Ersatz für unsere zerstörte Kirche zu bekommen, fasste der Kirchenvorstand am 14. April 1945 den Entschluss, eine Barackennotkirche zu errichten. Ausschlaggebend war der Gedanke, dass auf diesem Wege


Notkirche, im Vordergrund zerstörtes Pfarrhaus

dem dringenden Raummangel am schnellsten abgeholfen werden konnte. Herr Bürgermeister Brüggemann kam in anerkennungswerter Weise den Wünschen entgegen und stellte der Gemeinde eine sehr gut erhaltenen Wehrmachts- Baracke, aus dem Jungbornpark in Repelen, zu diesem Zwecke zur Verfügung.
Durch die Umstände in dieser schwierigen Zeit gingen die Arbeiten an der Notkirche leider nur sehr schleppend vorwärts. Es muss lobend anerkannt werden, dass vor allem die Zeche Rheinpreußen durch zur Verfügungsstellung von Arbeitskräften und Material hervorragende Anteile an den Aufbauarbeiten hatte.
Bereits im September hörten die Meerbecker zu ihrer großen Freude wieder den Klang ihrer drei Glocken, die seit dem 8. November 1944 unter den Trümmern des damals nach einem Bombenangriff eingestürzten Turmes gelegen, aber keinen größeren Schaden genommen hatten. Mit Hilfe von Rheinpreußen war ein 9,80 Meter hoher Glockenturm (Stahlgerüst) an der Westseite der Notkirche errichtet worden.
Am 3. Adventssonntag 1945, wurde die Notkirche eingeweiht. Die Freude war groß, und wenn die Notkirche auch klein und bescheiden war, so waren die Katholiken in Meerbeck doch froh, dass sie wieder eine eigene Kirche hatten. Mit frohem Herzen dankten die Gläubigen Gott in der Jahresschlussandacht dafür, dass es nach dem Schweigen der Waffen und nach der Einstellung der Fliegerangriffe jetzt in der Pfarrgemeinde in kleinen Schritten wieder aufwärts geht.

Wiederaufbau der Kirche 1948 bis 1951
Der Wunsch der Gemeinde nach Aufbau der zerstörten Kirche keimte sofort nach dem Krieg auf.


Steine picken

Die Aufräumungsarbeiten erfolgten schon bald nach dem Krieg und mussten gleichzeitig mit den sehr zeit- und nervenraubenden Beschaffungsaktivitäten für das tägliche Leben erfolgen.


Hilfe bei den Bauarbeiten

Neben dem Wiederaufbau der Kirche an alter Stelle wurden im Kirchenvorstand zwei weitere Standorte zur Diskussion gestellt. Herr Wilhelm Mandelartz war für den Standort an der Barbara Str. gegenüber der Barbara- Schule. (War 1910 schon in Betracht gezogen worden.) Herr Adolf Tepper schlug als neuen Standort den Saarplatz vor. Seine Überlegung war, auf dem damals nur vom Kindergarten und zerstörtem Jugendheim bebauten Platz, ein neues Pfarrzentrum entstehen zu lassen. Man entschied sich aus Kostengründen für den Wiederaufbau an alter Stelle, weil man hoffte die alten Fundamente wieder benutzen zu können was sich im Nachherein nicht bestätigte. Für den Wiederaufbau wurden im März 1947, vom Architekten Josef Schneider aus Homberg, mehrere Entwürfe eingereicht. Der Bau ist weniger von Architektur- und Baustilen als von den Notwendigkeiten und Zwängen der Zeitepochen bestimmt.
Der Grundriss folgt genau dem Grundriss der zerstörten Kirche.
Ein Mauerwerksbau ohne die Stilelemente der alten Kirche.
Für das Innenmauerwerk wurden die Steine der alten Kirche gesäubert und wieder vermauert. Die äußeren nicht verputzten Steine sind neue „ Zechensteine“.
Meerbecker Gemeindemitglieder haben aus dem Schutt zig- tausende Steine abgepickt und für den Wiederaufbau vorbereitet und aufgestapelt. Die Materialbeschaffung war ein großes Problem. Große Unterstützung erhielt man durch die Bergwerksgesellschaft Rheinpreußen die Material und Arbeitsleistung zur Verfügung stellte. Die Dachziegel der Kirche, die heute noch auf dem Dach sind, wurden in einem Kompensationsgeschäft – Deputatkohlen die von Gemeindemitgliedern zur Verfügung gestellt wurden – gegen Dachziegel getauscht.
Der Turm war im Entwurf ca. 15 m höher geplant. Der provisorische Abschluss bei jetzt ca. 21 m ist jedoch bereits in den Entwürfen von März 1947 enthalten. Die Meerbecker Kirche war, betrachtet man die gesamte Zeit von 1909 bis heute eine ständige Baustelle. War eine Phase abgeschlossen müssen schon Wünsche, Ziele und Planungen für die nächsten Bauabschnitte vorgelegen haben.

Richtfest
Einem alten Brauch folgend fand am 6. Juli 1950 das Richtfest statt. In seiner Begrüßungsansprache schilderte Pfarrer Feldmann den langsamen, mühevollen Weg des Wiederaufbaus, nachdem er zuvor den Anwesenden den unheilvollen Tag, den 8. November 1944, an dem unsere Kirche nach vielen vorausgehenden Schäden die vernichtenden Bombentreffer erhielt, ins Gedächtnis zurückgerufen hatte. In der unheilvollen Kriegszeit, in einer Zeit des Hasses, in der die Völker alle Kräfte aufboten, sich gegenseitig zu vernichten, ist unsere Kirche zerstört worden. Das Gotteshaus aber, das wir erbauen, soll eine Stätte des Friedens werden, des Friedens mit Gott und des Friedens für die Menschen. In den folgenden Ansprachen kam immer wieder die Freude über das geschaffene Werk zum Ausdruck und gar viele Wünsche für die Vollendung der Kirche wurden der Kirchengemeinde Sankt Barbara ausgesprochen. Den Höhepunkt der schlichten Feier bildete der sinnvolle Richtspruch des Zimmermeisters Paap sen. Diesen schönen Richtspruch möchten ich unseren Lesern nicht vorenthalten:

Mit Gunst und Erlaubnis

Nun ist der hehre Bau vollendet,
Zum Himmel ragen Turm und Dach.
Wie gnädig hat uns Gott gewendet
Zum Segen unser Ungemach!
Verjüngt hebt sich der Kirche Bogen.
Aus Trümmer und aus Ascherest
Und Freude rings ist eingezogen,
Der Richtbaum lädt zum Richtefest!
Vom hohen First wehen bunte Bänder
Zum Zeichen, dass das Werk gelang,
Bald tönet über Stadt und Länder
Voll Andacht wieder Glockenklang.
Habt Dank, die ihr mit reifen Sinnen
Den Plan zum Gotteshaus erdacht,
Die ihr zum heiligen Beginnen
Manch frommes Opfer dargebracht,
Ihr, die zum rüstigen Gestalten
Bewegt die fachgeübte Hand.
Habt Dank! In Schönheit wird entfalten
Die Kirche sich nach Kriegesbrand.
Doch lasst uns Gott die Ehre geben,
Ihm sei dies Haus fortan geweiht
Die Seele im Gebet erheben
Und flehen um sicheres Geleit!
Ein Sinnbild sei die stille Stätte,
Der Schwachen Trost, der Müden Heim.
Hier ruht der Hoffnung starke Kette,
Hier wächst des Glaubens stolzer Keim.
Wie sich die Sparren fest vereinen
Und tragen leicht die schwere Last,
So soll als Helfer euch erscheinen
Die Eintracht in des Alltags Hast.
Wir sind nur Wanderer auf der Erde,
Gehetzt von Not, geplagt von Leid,
Doch ob es auch nur Bruchstück werde,
Wir bauten an der Ewigkeit.

 

Im November 1950 wurden die Glocken vom Behelfsturm der Notkirche zur neuen Kirche gebracht und dort im Turm montiert. Es war eine mühevolle Arbeit, aber sie wurde mit Freude getan. Besonders groß war die Freude, ja man müsste sagen Jubel, als am 16. Dezember die Glocken vom Turm läuteten. Es handelte sich um Stahlglocken die im Jahre 1935 angeschafft wurden. Beim Einsturz des Turmes am 8. November 1944 wurden sie unter Schutt begraben, hatten aber keinen Schaden gelitten. Die schönen Eichentüren wurden in der Schreinerei von Rheinpreußen angefertigt, die Schlösser in der Schlosserei und Schmiede, handgefertigt. So konnten auch die Türen vor Weihnachten noch eingebaut werden.
Der Innenausbau war, der Not gehorchend, sparsam. Der gesamte Boden war mit Betonwerkstein ausgelegt. Die Wände innen glatt geputzt, die Wände erhielten einen einfachen weißen Anstrich.

Am 15. April 1951 wurde die neue Kirche durch Weihbischof Roleff feierlich eingeweiht.
Der quadratische Chorraum wird beherrscht von einem Putzmosaik, das der Künstler Ludwig Baur aus Telgte, 1957 anfertigte. Es zeigt den auferstandenen Christus mit dem Siegeskreuz. Der Kreuzweg auch als Mosaikarbeit stammt von Josef Diekmann. Der in die Mitte der Kirche aufgestellte Altartisch wie der nachgeordnete Ambo und die Stele des Osterleuchters sowie das Taufbecken sind aus Westerwälder Trachyt gefertigt.( Materialien welche bereits bei der Neugestaltung des Chorraumes 1968 Verwendung fanden)
Über dem Taufbecken im Chorraum hängt eine neue Holzplastik des Künstlers Horst Meister aus Viersen. Sie stellt den Kopf eines gekreuzigten Juden dar. Von Ihm stammt auch die Plastik „Darstellung eines Engels“ vor der Marienkapelle.

 

 


Innenansicht 1951

Zeitungsauschnitt "Ein halbes Leben in Meerbeck"

Neugestaltung 1957

Pfarrer Bernhard Lauer zur Neuordnung der Kirche St. Barbara aus liturgischer Sicht.
Nach dem Einbau der neuen Orgel im Oktober 1996 feiert unsere Gemeinde St. Barbara den Gottesdienst in einer umgestalteten Kirche. 3 Jahre hat ein Provisorium aus Holz uns auf die Neuordnung vorbereitet. Der Altar ist in den Raum der Gemeinde gestellt und bildet so die "Mitte" der gottesdienstlichen Versammlung. Der frühere Altarraum bietet großzügig Platz für die Tauffeiern.
Die Bänke gruppieren sich an drei Seiten um den Altar. Die Stirnseite des Raums ist frei für den Ambo und den Priestersitz.
Der Gottesdienst beginnt am Priestersitz. Mit Lesung, Evangelium und Predigt tritt der Lektor oder Priester vor die Gemeinde (Augenkontakt).
Zur Gabenbereitung geht der Priester an den Altar in die Mitte der Gemeinde. Die Zeichen von Brot und Wein sind die beherrschenden Zeichen auf dem Altar. Der Altar ist sonst leer, keine Blume, keine Kerze. Wenn die Gemeinde um den Altar versammelt ist, muss der Altar frei bleiben. Der jetzt gewonnene

Liturgieraum braucht keinen Objektschmuck sondern Raumschmuck. Zum Beispiel werden Leuchter während des Wortgottesdienstes am Ambo aufgestellt, die zum Evangelium getragen werden. Zur Gabenbereitung werden sie in den Altarraum auf den Boden gestellt.
Am Altar empfinde ich mich als Teil der versammelten Gemeinde, in der ich "untergehe". Ich stehe nicht mehr in der starken Position der Gemeinde gegenüber, sondern fühle mich "verletzlich", da auch seitlich und im Rücken Menschen den Altar umstehen. Die Haltung des Stehens ermöglicht eine größere "Beweglichkeit" in der Zuwendung zum Altar. Die Gaben - Kelch und Schale - sind auch für die seitlich im Rücken befindlichen Gläubigen gut sichtbar.
So um den Altar versammelt wird der Gottesdienst nicht nach vorn, sondern nach oben gerichtet. "Sursum corda", die Elevationen verweisen in diese Richtung. Die Orantenhaltung sucht nicht den Blick in die Gemeinde. Das Gegenüber im Gottesdienst muss nicht die Andacht behindern. Es kann auch die Person neu und verwandelt sehen helfen. Wenn wir gemeinsam

Umgestaltung des Kirchenraumes kath. Pfarrkirche St. Barbara 1999
Außenansicht

zu Gott "Vater" sagen, dann muss ich mein Gegenüber als Bruder oder Schwester akzeptieren, ob es mir psychologisch schmeckt oder nicht. Wo sonst sollte diese neue Sicht möglich sein, wenn nicht im Gottesdienst. Das ist auch unabhängig von meinen Positionen und persönlichen Verhältnissen. Wir feiern eine uns von Gott zugesagte neue Möglichkeit als geglaubte Wirklichkeit.

Evangelische Kirchengemeinde Hochstraß
1908 richtete die evangelische Kirchengemeinde Moers für Hochstraß/ Scherpenberg einen 4. Pfarrbezirk ein. Die Gottesdienste fanden anfangs in der Gaststätte Keesen statt, Eichenstraße; dann in der ev. Schule; seit 1923 im umgebauten Stall des Vredenhofes. Dieser war dann bis 1971 als Notkirche in Gebrauch.
Noch heute schwärmen alte Hochstraßer von Pfarrer Emil Munzert, zuständig 1913-1945 für Hochstraß/ Scherpenberg. "Traf man ihn nicht zuhause an, dann war er in der Kolonie." Er hatte ein Herz für die Armen. Bekam er ein Säckchen Zwiebeln geschenkt für die Familie, schenkte er's schon in der nächsten Straße weiter. Dabei hatte er selbst nicht viel; war dankbar, wenn man seine Familie zum Essen einlud. Er gab auch eigenes Geld an hilfesuchende Gemeindeglieder, die an seine Tür kamen; hatte dann manchmal selbst nichts.
Der Seelsorger half der Bevölkerung durch Gespräch, Gebet und durch materielle Unterstützung. Die Gemeindeschwestern pflegten Alte und Kranke. Führten auch - seit den 30er Jahren - die Kinderspeisung durch. Wer aus einer kinderreichen Familie kam: kriegte wöchentlich eine warme Mahlzeit. Später wurde die Speisung durchs Winterhilfswerk finanziert, das für manche Spendenzwecke an die Türen kam; und wer nichts gab, den hat man sich gemerkt ...
Pfarrer Munzert setzte sich auch für sonstige benachteiligte Leute ein. Ein Bergmann aus dem Sudetenland hatte einen sehr tschechisch klingenden Namen, mit einem Akzent auf dem "č". Obwohl er ein guter Arbeiter war, bekam er Ärger bei der Zeche und vor allem durch die Nazis. Von diesen wurde er öfters in deren Vereinslokal bestellt, die Gaststätte Mecheln. Munzert fädelte es ein, dass mehrmals besagter Mann und der Pfarrer gleichzeitig in der Gaststätte waren und Munzert lobend über ihn sprach. Weil das nicht reichte, verhalf der Pfarrer dem Mann zu einer Namensänderung. "Damit hat er womöglich meinem Mann das Leben gerettet. Mehrere andere in der Kolonie - in ähnlicher Lage - sind weggekommen und zum Teil nie wiedergekommen."
Da waren auch noch die Konfirmationsbeihilfen an Kinderreiche: Die Kirche kaufte Stoff für die Röcke der Mädchen, genäht wurde alles in Kapellen. Dazu gab's einen Gutschein für Schuhe. "Und dann: Mein einziges Konfirmationsgeschenk von der Familie war eine Hortensie. Ich war zufrieden."
Zum Bild gehört auch das damals mäßige Verhältnis zwischen den Konfessionen. Die Pfarrer der beiden Konfessionen sollen sich auch schlecht verstanden haben; und - begegneten sie sich auf dem Friedhof - in die jeweils andere Richtung geschaut haben.
Pfarrer Munzert war überzeugter Nationalsozialist. Ab irgendwann trug er am schwarzen Gehrock das Parteiabzeichen und begann den Konfirmandenunterricht mit dem Führergruß. Zwar war er nicht in allem gleichgeschaltet. So "predigte er wie immer ganz normal." Aber anders als viele seiner Amtsbrüder wechselte er nicht 1934 die Seite, sondern blieb Nationalsozialist bis zum Ende. Als im Zweiten Weltkrieg, den die Nationalsozialisten angezettelt hatten, sein Sohn Ludwig an der Front fiel, bedankte er sich beim NSDAP- Kreisleiter für dessen Beileid-Schreiben mit den Worten: "Mein Söhne wussten, dass im Osten für das Höchste gekämpft wird, was ein deutscher Mensch in seinem Herzen trägt. In einem solchen Kampf ist das Schicksal des Einzelnen nichts und das Schicksal des Volkes alles. Darum hat auch der Schmerz um ein geliebtes Kind zu schweigen. ... Wir beten nicht darum, dass unsere Söhne heil und sieggekrönt heimkehren, sondern dass uns Gott ein festes Herz gebe, das sagen und es im Leben bewähren kann: „Alles für den Führer! Alles für Deutschland!“
1945, nach dem Einmarsch der Amerikaner, wurde Munzert interniert und (mit 64 ½ Jahren) zwangsweise pensioniert. Der langjährige Witwer heiratete noch einmal und lebte zurückgezogen bis 1967. Auch nach dem Kriege baten ihn Gemeindeglieder, ihre Kinder zu taufen. Was er, der bis heute hochbeliebte Pfarrer, auch gerne tat. Er starb mit 87 Jahren.
Sein Nachfolger Pfarrer Anton Eissen fand die Kirche durch den Krieg zerstört vor. Er legte selbst Hand an, sodass sie 1949 wieder in Gebrauch genommen werden konnte. Die Zeche, der die Gemeinde "fast alles" verdankt, half kräftig mit Material aus. Nach der Zerstörung der Kirche hatten Gottesdienste und andere Veranstaltungen in der Gaststätte Kampmann stattgefunden. Die Gemeindeschwestern leiteten Nähkurse und eine Mädchenjungschar. Als Pfarrer Eissen 1953 allzu zu früh starb, hatte er in der Bevölkerung viele Sympathien gewonnen.
1954 wurde die evangelische Kirchengemeinde Moers-Hochstraß selbständig. Die Muttergemeinde Moers war zu groß geworden. Damals kam auch Pfarrer Dr. Thomas. Wenig später entstand der Hochstraßer CVJM, der eine überaus große Jugendarbeit betrieb; anfangs nur unter Jungen. Er hat vielen Jugendlichen geholfen auf ihrem Weg in ein geordnetes Leben. Dabei fällt auf: Je kürzer der Weg von einer Straße zum Kirchengelände war, desto mehr Jugendliche kamen von dort. Die Kirschenallee war im CVJM stärker vertreten als die Ruhrstraße. - Der Ev. Kindergarten entstand 1959 an der Hattropstraße.
Das Gemeindezentrum mit Kirche entwarf 1968 der Architekt Walter M. Föderer, Karlsruhe.
1971 wurde das Gemeindezentrum eingeweiht und die alte Kirche abgerissen. An ihrer Stelle entstand 1984 der Erweitungsbau des Gebäudes (Saal). Durch einen niedrig gehaltenen Eingangsbereich mit Zwischenzone gelangt der Besucher in den großen, formreichen Hauptraum, dessen besondere Gestaltung den sakralen Charakter hervorheben soll. Das Gemeindezentrum wurde in Sichtbeton errichtet.
Frauenhilfe und Jugendgruppen (auch teiloffene Tür für Jugendliche) waren weiterhin wichtige Sammelstellen für die Menschen der Gemeinde. Gottesdienst und Kindergottesdienst waren gut besucht. Zunehmende Arbeitslosigkeit machte verstärkt kirchliche Einzelfallhilfe nötig; auch Schuldnerberatung. Die Bürgerinitiative zu Erhalt und Sanierung der Zechensiedlung wurde von den Kirchen unterstützt. Der Abenteuerspielplatz hinterm Wäldchen an der Westerbruchstraße entstand mit logistischer Hilfe der evangelischen Gemeinde. Seit den siebziger Jahren hat sich eine gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit der beiden großen Konfessionen entwickelt; insbesondere viele ökumenische Gottesdienste. Auch jahrelang die gesellige Weihnachtsfeier


Ev. Kirche Hochstraß (alt)
Ev. Kirche Hochstraß (neu)

an Heilig Abend für Alleinstehende und sozial Schwache. Der Plan beider Gemeinden, im Zechenhaus Beuthener Straße 1 einen "Purzelpalast" für Kinder einzurichten, verwirklichte sich nicht. Zwar war der Bürgermeister gewillt, die Räumlichkeiten zu stellen. Doch verstarb der katholische Pfarrer Bollinger tragisch früh. Von ihm stammte der Plan.
Die traditionell zahlreichen Angebote der evangelischen Gemeinde für Jugendliche erreichen bis heute viele junge Menschen aus Meerbeck- Hochstraß.

Sankt Marien Hochstraß
Mit der Wahrnehmung der Seelsorge in Hochstraß wurde 1917 Kaplan Schoonhoven beauftragt. Zur Feier der Gottesdienste wurde eine Baracke als Notkirche bereitgestellt. Nun hieß es, diese Baracke in einen würdigen Zustand zu versetzen, und mit dem notwendigen kirchlichen Inventar auszustatten. Wie der Innenschmuck zustande kam, müsste eigentlich ein Museumsdirektor beschreiben, den es sammelte sich in diesen Wochen in Hochstraß alles, was es in Deutschland an kirchlicher Kunst gegeben hat. Aber alles vertrug sich, trotz unterschiedlicher Stilelemente. Die ganzen Spenden aufzuzählen würde zu weit führen. Erwähnt sei allerdings die Spende des Angelus- Glöckleins aus Ruhrort, es trug den Namen "Thusnelda " (benannt nach der Tochter des ehemaligen Stifters Franz Haniel)
Am 22. Juli 1917 wird die Notkirche von Pfarrer Henscher aus Moers eingeweiht. Im Herbst 1919 wurde das Gebiet Hochstraß zum Rektorat erhoben.
Da die Zahl der Kirchenbesucher regelmäßig anstieg, wurde die Notkirche zu eng. Der Ruf nach einer neuen Kirche wurde immer lauter.
Das Kirchenbauvorhaben reifte heran. Am 25. Januar 1928 beschließt der Moerser Kirchenvorstand den Bau der Kirche. Die Ausschachtungsarbeiten beginnen am 31. Mai neben der Notkirche. Am 23. September wird der Grundstein gelegt. Die im Grundstein enthaltene Urkunde hat folgenden Wortlaut:
»Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes; Amen.
Am 17. Sonntag nach Pfingsten, dem 23. September des Jahres 1928, als Pius XI. die heilige Kirche regierte, und in seinem Auftrag Bischof Dr. Johannes Poggenburg die ihm anvertraute Diözese Münster leitete, als Paul von Hindenburg Präsident des Deutschen Reiches, Günther von Endert Landrat des Kreises und Dr. Fritz Echert Bürgermeister der Stadt Moers war, als das Steinkohlenbergwerk Rheinpreußen, dem unsere zur Zeit 6000 Seelen zählende Kirchengemeinde ihr Entstehen verdankt, von seinem Generaldirektor Dr. h. c. Heinrich Pattberg verwaltet wurde, legte im bischöflichen Auftrage Dechant Karl Henscher unter Assistenz bis Pfarrrektors Leo Schoonhoven und des Kaplans Joseph Schmitz aus Hochstraß im Beisein des Kirchenvorstandes und unter Anteilnahme der Schulen und vieler Gemeindemitglieder den Grundstein dieser Kirche. Die Pläne dieses Gotteshauses sind von dem Architekten Joseph Franke aus Gelsenkirchen entworfen. Mit der Ausführung des Baues beauftragte der Kirchenvorstand den Bauunternehmer Kremer aus Moers. Zu Ehren des Allmächtigen Gottes erbaut, wird diese Kirche unter den Schutz Mariens als der Rosenkranzkönigin gestellt.
Moers-Hochstraß, dem 23. September 1928.«
Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Nach Fertigstellung der Kirche wurde der Innenraum künstlerisch gestaltet.
Die alte, überholte Uhr des "Mattorn " ein Geschenk der Stadt Moers wurde angebracht. Im Sommer wurden die drei, in Gescher gegossenen Glocken, geliefert. Ende September war das Werk vollbracht.
Am 13. Oktober 1929 wurde die Kirche Sankt Marien in Hochstraß eingeweiht.
Auf staatliches Geheiß wurden am 15. April 1942 die Glocken aus dem Turm geholt und in einem Rüstungsbetrieb eingeschmolzen. Pfarrer Thonemann konnte allerdings, mit viel Geschick, die kleinste Glocke vor dem Zugriff retten.
Von den schweren Luftangriffen, von denen die Kolonie Meerbeck- Hochstraß heimgesucht


Sankt-Marien-Kirche

wurde, blieb Sankt Marien bis 1944 verschont. In den Brand- und Bombennächten zum 26. Juni, 1. und 17. Juli, 27. August, 14. und 15. Oktober, 8. 20. und 21. November und am 18. Dezember wurde Sankt Marien zerstört. Bei den Angriff am 8. November 1944 äscherten Brandbomben die frühere Notkirche ein.
Am 15. April 1945 wird der erste Gottesdienst nach dem Krieg in der notdürftig aufgeräumten Kirche gehalten.
Am 5. Oktober 1951 wurden die neuen Glocken in Bochum abgeholt. Am 7. Oktober erfolgte die feierliche Glockenweihe. Sankt Marien hatte wieder ein freudiges und festliches Glockengeläute.
In den Jahren 1966 und 1969/70 erfolgte eine Generalüberholung.
Die Neugestaltung des Chorraumes wurde dem Bildhauer Karl Franke aus Meerbusch- Strümp übertragen. Aus mächtigem Gestein schuf er mit künstlerischem Einfühlungsvermögen Altar, Tabernakel und Taufstein, die in ihrer schlichten, modernen Formgebung beeindruckend sind. Auch die sechs großen Altarkerzenleuchter, der Ambo und das Hängekreuz -kunstvolle


Sankt-Marien-Kirche

Bronzearbeiten -sind ebenso das Werk des Meisters Franke. Neue Kirchenbänke, Bodenbeläge und Beleuchtungskörper vollenden die Neugestaltung des Innenraumes der Kirche.
In den Aufzeichnungen der Kirchengeschichte Sankt Marien- Hochstraß ist die demütige Bitte an die Schutzpatronin enthalten: Die heilige Jungfrau Maria möge ihre schirmende Hand über das ihr geweihte Gotteshaus und allen mit ihm verbundenen Gläubigen halten.

Die Evangelische Kirchengemeinde in Meerbeck
Im Jahr 2002 feierte die Evangelische Kirchengemeinde Meerbeck das offizielle 50-jährige Gemeindejubiläum. Die Wurzeln der Entstehung reichen jedoch wesentlich weiter zurück als in das Jahr 1952, aber damals in den Anfängen der Kolonie waren Moers und Utfort für die kirchliche Betreuung der Evangelischen in Meerbeck zuständig.
Im Jahr 1906 stiftete die Familie Liebrecht eine evangelische Kirche für Utfort. Im Dezember 1908 wurde Pfarrer Richard Gaul in Utfort in sein Amt eingeführt. Er blieb 31 Jahre in Utfort im Amt und führte die Gemeinde im reformierten Bekenntnis. Im Jahr 1927 erhielt die bis dahin als 4. Pfarrstelle zu Moers gehörende evangelische Kirchengemeinde Utfort ihre Selbständigkeit.Frau Caroline Liebrecht, geborene Haniel, fühlte sich als Christin für die Arbeiterfamilien verantwortlich, die teilweise aus Pommern, Ostpreußen und Schlesien gekommen waren. So lernten die ursprünglich unierten und lutherischen Familien hier durch

Waschanstalt Neckarstraße 1960 (abgebrannt 1961)

Frau Liebrecht und ihren Pfarrer das strenge niederrheinisch reformierte Bekenntnis kennen. Bald wurde von der Familie Liebrecht auch weiteres Land bereitgestellt und das Krankenhaus Bethanien gebaut
Im Krieg wurden die Koloniehäuser zu 70% zerstört. Nach dem Krieg kamen viele Verwandte der aus dem Osten stammenden Bergleute als Flüchtlinge, z.B. aus Schlesien und Polen, um hier wie in ihrer Heimat im Bergbau zu arbeiten.
Schnell wuchs die Zahl der Gemeindeglieder. Der Raum der Schwesternstation, der während des Krieges als Gottesdienstraum genutzt wurde, war bald zu klein. So stellte Rheinpreußen den Mehrzweckraum in der Waschanstalt für den Gottesdienst zur Verfügung.
Seit 1947 versorgte Pfarrer Koch Utfort und Meerbeck 14-tägig im Wechsel. Hier in der Waschanstalt konnte es passieren, dass die Gemeinde durch laute Radiomusik oder durch Männer, die rauchend den Raum durchquerten, gestört wurde. Diese Verhältnisse waren nicht tragbar, und so entschloss sich das Bergbauunternehmen Rheinpreußen mit seinem Generaldirektor Dr. Kost im Oktober 1951, der evangelischen Gemeinde Utfort für 200.000,-- DM ein Gemeindehaus und ein Pfarrhaus in Meerbeck zu bauen. Dieses Angebot kam so überraschend, dass quasi über Nacht die Pläne dafür gezaubert werden mussten.


Gemeindehaus Bismarckstraße

Ingebrauchnahme des Kirchsaals

Inzwischen war die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder in Utfort und Meerbeck zusammen auf 8000 gewachsen. Pfarrer Koch konnte deshalb die Gemeindearbeit in Meerbeck kaum noch zusätzlich zu seinen Utforter Aufgaben bewältigen. Auch strebten die Meerbecker im Presbyterium von Utfort die Eigenständigkeit für Meerbeck an und stellten einen entsprechenden Antrag an das Landeskirchenamt in Düsseldorf.
Am 1. Oktober 1952 wurde die Selbständigkeit der Evangelischen Kirchengemeinde Meerbeck bestätigt und die Trennung von der Muttergemeinde Utfort vollzogen.
Mit dem Tag der Eigenständigkeit der Evangelischen Gemeinde Meerbeck wurde die Anzahl der Presbyter von 3 auf 6 aufgestockt. So gehörten in das 1. Presbyterium die schon von Utfort her gewählten Mitglieder Haverkamp, Grigat und Bruckauf und die neu benannten Herren Vette, Murmann und Hüsken.
Im November 1952 wurde Pastor Kurt Bergerhof als Hilfsprediger aus Rheinhausen nach Meerbeck entsandt und verwaltete die junge Gemeinde. Am 22. Juni 1953 wählte die Gemeinde Pastor Bergerhof als Pfarrer, der dann am 2. August 1953 in der Aula der Uhrschule in sein Amt eingeführt wurde.
Im Frühjahr 1952 war mit dem Bau des Gemeindehauses und des Pfarrhauses begonnen worden. Die junge Pfarrfamilie konnte am 11. August 1953 in das schöne neue Haus einziehen und die Fertigstellung des Gemeindehauses aus der Nähe miterleben.
Am 30.08.1953 wurde der Gemeindesaal unter großer Anteilnahme der Gemeindeglieder, der Sponsoren und vieler Gäste seiner Bestimmung übergeben. Generaldirektor Dr. Kost von Rheinpreußen überreichte Pfarrer Bergerhof symbolisch die Schlüssel.
Am 4. Oktober 1953, am Erntedankfest, ertönte die neue Orgel im Gottesdienst.
Im Frühjahr 1954 wurde ein kleiner Versammlungsraum im Keller des Gemeindehauses geschaffen und nach und nach wurden weitere Räume für die Jugendarbeit gestaltet. So versammelte sich nun die Frauenhilfe alle 14 Tage im Keller des Gemeindehauses. Auch der kirchliche Unterricht wurde hier abgehalten.
In der Neckarstraße gab es noch immer das Schwesternheim. Die Diakonissen waren jedoch inzwischen von Kaiserswerth abberufen worden. Ihre Arbeit wurde nun mit zivilen Kräften weitergeführt. Für die weibliche Kinder- und Jugendarbeit wurde eine Gemeindehelferin eingestellt.
Inzwischen hatten sich auch weitere Jugendgruppen gebildet und im Gemeindehaus wurden weitere Räume im Keller ausgebaut, unter anderem auch eine Bibliothek. Nach und nach wurden Bücher für Kinder und Erwachsene angeschafft und am Ende der Gruppenstunden ausgeliehen. So trug die Gemeinde auch zur Bildung in Meerbeck bei.
Im Jahr 1958 erbaute die Gemeinde am Ende der Galgenbergsheide an der Blücherstraße einen neuen Kindergarten mit vier Gruppen und einem großen Freigelände zum Laufen und Spielen.
Inzwischen hatte die Kommunalgemeinde Rheinkamp das 6.335 qm große Grundstück auf der Bismarckstraße gegenüber dem Gemeindehaus als mögliches Kirchenbauland ausgewiesen. Im Januar1958 kaufte die Kirchengemeinde das Rheinpreußen gehörende Grundstück für eine symbolische Gebühr von 1,-- DM pro qm. Zunächst richtete die Gemeinde das Land als Grünfläche her.
Im Mai 1960, die Zahl der Gemeindeglieder war weiterhin stetig gestiegen und der Gemeindesaal zu klein, wurde der Bau einer Kirche beschlossen. Nach umfangreichen Vorarbeiten, Fachgutachten und einem Architektenwettbewerb bekam der Düsseldorfer Architekt Wiebe den Auftrag zur Planung.


Modell Kirche

Der erste Spatenstich für den Bau erfolgte am 4. Advent 1962. Das Richtfest feierte die Gemeinde im Rohbau des Kirchenschiffes bei klirrender Kälte am 1. Advent 1963, wobei einigen Bläsern die Instrumente zufroren.
Mit einem Festgottesdienst wurde die fertige „Johannes-Kirche“ am Erntedankfest, am 4. Oktober 1964, in Gebrauch genommen. Auf dem Vorplatz übergab der Architekt Wiebe den Schlüssel an den Vertreter der Landeskirche, und der wiederum mit herzlichen Segenswünschen an Pfarrer Bergerhof. Die Festgemeinde zog unter Orgelklang in die neue Kirche ein. Es gab viele Geschenke: Die Kanzelbibel stiftete die katholische Kirchengemeinde, das Taufgerät die frühere Muttergemeinde Utfort, den Abendmahlstisch und die Abendmahlsgeräte der Unternehmer

Rudolf Nowak und die Gesangbücher die Gemeinden Repelen und Moers. Die wunderbar leuchtenden Fenster vom brennenden Dornenbusch hatte das Ehepaar Hohmann


Bauarbeiten
Innenansicht mit Kirchenfenster
Die neuen Glocken
Die neue Kirche wird in Gebrauch genommen

entworfen, ermöglicht wurde die Ausführung allerdings erst durch Spenden von Gemeindegliedern.
Ebenso durch Spenden wurden die Kirchenglocken angespart, im November 1964 in Auftrag gegeben und am 16.3.1965 gegossen. Am 26.9.1965 erfolgte eine kleine Feier auf dem Kirchplatz zur Glockeneinholung. Zum Festgottesdienst am Erntedankfest, am 3. Oktober 1965, erklang das volle Geläut der Glocken, die in Abstimmung mit der katholischen Nachbargemeinde in gis, h und cis gestimmt waren. Seither hören wir die Glocken zum Gottesdienst, zu Trauungen und zu Beerdigungen.
Die Gemeinde traf sich in Gemeindekreisen, bei der Bibelarbeit und bei der Jugendarbeit getrennt in CVJM-Arbeit für Jungen und in weiblichen Jugendgruppen.
Mit dem Bau eines Verbindungstraktes zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus schuf man ein Gemeindebüro, ein Vikarszimmer und im Keller einen Sitzungssaal und ein Archiv. Dieses 1966 fertiggestellte Haus war das letzte Bauvorhaben zur Abrundung des Gemeindezentrums.
Vom Erntedanktag 1967 an begleitete eine große Orgel in der Johannes-Kirche den Gemeindegesang, die die kleine gestiftete Orgel ersetzte und die mit ihrem vollen Klang den großen Kirchenraum herrlich füllte.
1971 verließ Pastor Bergerhof die Gemeinde, um beim Kirchenkreis das Amt des Schulreferenten zu übernehmen. Die Gemeinde war sehr traurig, aber auch dankbar für die gute Zeit. Pfarrer Kurt Bergerhof hatte über 17 Jahre mit großartigem Einsatz die Gemeinde Meerbeck aufgebaut und mit viel Engagement in besonnener Art geleitet.



Evangelische Johanneskirche
Renoviertes Gemeindehaus

Am 27. Juni 1971 wird Pfarrer Karl-Otto Niemann als Nachfolger in der Gemeinde eingeführt. Die Gemeinde geht erwartungsvoll auf den neuen Pfarrer zu. Sein besonderes Augenmerk setzt er auf die Arbeit mit den Jugendlichen und auf die Frauenarbeit. Seine Frau übernimmt bald das Orgelspiel und die Chorleitung in der Gemeinde. Sie organisiert Konzerte und aktiviert die Kirchenmusik in Meerbeck
Im Jahr 1978 wird der Seniorenkreis gegründet und von Frau Renkhoff zusammen mit ihrem Mann bis heute geleitet.
Die Gemeinde beteiligt sich an den Bürgerfesten in Meerbeck und so kommt es zu vielen guten Gesprächen und neuen Kontakten.
Am 1. Advent 1986 wird Frau Barbara Rudolph von Pfarrer Bergerhof, der nun Superintendent des Kirchenkreises Moers ist, in ihr Amt als neue Pfarrerin der Gemeinde eingeführt.
Ihr besonderes Augenmerk gilt der ökumenischen Zusammenarbeit mit der katholischen Nachbargemeinde. Mit Pfarrer Lauer zusammen plant und gestaltet sie viele gemeinsame Veranstaltungen.
Dann aber nimmt sie sich eine Auszeit von Meerbeck und geht 1992/93 für ein Jahr in eine Gemeinde in Wisconsin (USA) bei der United Church of Christ.
Im August 1993 kommt Pfarrerin Rudolph zurück. Sie nimmt froh ihre Arbeit wieder auf. Im April 2001 verlässt Frau Rudolph die Gemeinde, um eine leitende Funktion in der deutschen Ökumenearbeit anzunehmen. Die Gemeinde ist betrübt, aber auch froh und dankbar für die gemeinsame Zeit mit Frau Rudolph, die ihren Weg gehen muss zu neuen Aufgaben, die sie herausfordern. Von Mitte Januar 2002 an wird das Gemeindehaus saniert und renoviert.
Zum 1. April 2002 hat man nach intensivem Suchen die Nachfolger für Pfarrerin Rudolph gefunden. Das Pfarrehepaar Barbara und Ulrich Weyand wird am Sonntag, dem 14. April 2002, in der Johannes-Kirche von Superintendent Dr. Thiesbonenkamp eingeführt.
Das Pfarrhaus und das Gemeindehaus sind noch nicht fertig. Sie lassen sich aber nicht von

diesem Provisorium abschrecken. So gibt es trotz allem eine schöne Feier in der Kirche nach dem Gottesdienst.
Zum Erntedankfest 2002 wird nach dem Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde das frisch renovierte Gemeindehaus wieder eröffnet. Es wird eine schöne Feier mit der Gemeinde und vielen geladenen Gästen. Alle freuen sich über den gelungenen Umbau mit den wunderschön gestalteten Räumen, die je nach Bedarf zu größeren Einheiten zusammengefasst werden können. Auch die Kellerräume sind hell und freundlich und alles entspricht dem heutigen Standard der Technik und der Sicherheitsbestimmungen.


Gemeindesiegel

Für unser neues Pfarrehepaar kann nun die Arbeit Gestalt annehmen. Die gemeinsamen Aufgaben teilen sich beide zur Hälfte auf. Auch die ökumenische Zusammenarbeit wird wieder aufgenommen.
Die Gemeinde hat ihre vielfältigen Aufgaben ausgerichtet auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder. Sie leistet ihren Beitrag in der Verantwortung für die Menschen vor Ort und in Dankbarkeit für die Gnade Gottes.

DIYANET TÜRKISCH-ISLAMISCHER KULTURVEREIN E.V.
Dieser Verein wurde 1986 von türkischen Arbeitnehmern ins Leben gerufen, um sämtlichen in Meerbeck und Umgebung lebenden Muslimen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, wie etwa Behördengängen, Beihilfe zu sein. Ihnen aber auch ein religiöses und kulturelles Forum zu bieten.
Der Verein ist, ebenso wie örtliche Vereine, nach deutschem Recht 1986 gegründet worden. Wir gehören der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) an, die ihren Sitz in Köln hat. Zu uns gehören heute 850 Vereine. Ca. 850 Moscheen und Gebetsräume sind angemietet. Etwa 482 theologisch ausgebildete Vorbeter betreuen die Muslime dieser Moscheen seelsorgerisch. Im Jahre 1990 haben wir die Gebäude auf der Römerstr. 605 gekauft.
Begegnungen der Religionen sind ein Ziel unserer Organisationen. Sie halten sich fern von jeder Politik und widersetzen sich allen Bestrebungen, den Islam für parteipolitische und materielle Ziele einzusetzen.
Wir setzen uns für mehr Verständnis und Toleranz zwischen deutschen und türkischen Mitbürgern und für mehr Verständnis gegenüber der islamischen Religion ein. Wir pflegen auch die Kommunikation zu den örtlichen Kirchenverbänden, zu den Schulen und anderen örtlichen Einrichtungen. Unter anderem wird die Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat, der Revierarbeitsgemeinschschaft (REVAG), der VHS Moers, IKM, Gewerkschaft und anderen Kulturvereinen gewährleistet.


Türkischer Kultur- und islamischer Lebenserhaltungsverein
Friedensgebet in der evangelsichen Kirche
Oberfest in der Dyanet-Moschee
Modell Moschee an der Römerstraße

Gruppenbildungen und separatistischen Bewegungen stellen wir uns entgegen. Der Verein setzt sich für alle Muslime, unabhängig von der Nationalität ein, die in der Stadt Moers leben und arbeiten. Wir sind bemüht, bei allen Menschen Verständnis für gegenseitige Achtung, Liebe und Freundschaft mit den Angehörigen anderer Religionen zu wecken und zu fördern. Denn gegenseitige Liebe und Achtung der Menschen untereinander mit Achtung der Menschenrechte sind zentrale Lehren des Islam.
Der DITIB und seine Vereine sind mit ihren theologisch ausgebildeten Mitarbeitern Ansprechpartner bei Fragen zu Themen und Problemen der Religion. Sie vermitteln den islamischen Kindern in Moers religiöses Grundwissen im Sinne der Schaffung und Erhaltung einer kulturellen und religiösen Identität, ohne sie ihrer deutschen Umwelt gegenüber negativ zu beeinflussen.
Der Verein bietet daneben eine Anzahl sozialer, kultureller und sportlicher Betätigungsmöglichkeiten, wie z.B. Alphabetisierungs-, Näh- und Schneiderkurse für ausländische Frauen, Gesprächskreise und Sport für ausländische Jugendliche, Deutsch für ausländische Männer, Frauen. Weiterhin finden Konferenzen und Veranstaltungen statt wie: Frauentreffen, Behandlung der Probleme von ausländischen Jugendlichen, Rentnerkollegen und Computerkurse. (Bildungsstätte)
Aufgaben auch wie o.g. z.B. Wissenschaft und Bildung, Beratung in Sozialen, Geistigen Fragen, Integration und Akzeptanz, Kontakte zu nicht Islamischen Organisationen – Katholische Pfarrgemeinde und Evangelische Kirchengemeinde in Moers und Meerbeck. Dadurch ist in Meerbeck -Moers der Arbeitskreis Christlich- Islamischer Dialog Gruppe entstanden für alle engagierten Bürger und Bürgerinnen.
Das heißt wir haben uns verpflichtet die Menschen zu gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Hochachtung zu erziehen, damit sich ein freundliches Zusammenleben zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen realisieren.
Die Errichtung einer Moschee sollte für Mohammedaner zum gemeinsamen Gebet sowie als Begegnungsstätte zwischen den Angehörigen der verschiedenen ausländischen und deutschen Bürger unserer Stadt, der Stadt Moers dienen.
Als oberstes Ziel dieser Aktivitäten ist es, den Muslimen über den Weg der religiösen Bewusstwerdung, begleitet von anderen Maßnahmen, einen Weg in diesem Lande zu öffnen, der ihnen ein friedliches und freundschaftliches Zusammenleben mit den Angehörigen anderer Religionen ermöglicht. Wir möchten einen Dialog und eine Akzeptanz gegenüber den Andersdenkenden und Andersgläubigen aufbauen. Der Verein fördert die multikulturelle Gesellschaft und Integration von vielen Kindern und Jugendlichen in diesem Land und speziell in Meerbeck, die in diesem Land geboren wurden.
DITIB (Diyanet Iäleri Türk Islam birliwi) steht zur Beantwortung von Fragen zu Themen und Problemen der islamischen Religion zur Verfügung und verfügt über eine recht gut ausgestattete Bibliothek mit Büchern in türkischer und deutscher Sprache.
Die Union hält sich fern von der Politik. Die islamische Religion und die Angehörigen dieser Religion werden als Ganzes angesprochen und behandelt. Die zu erbringenden Dienste werden unter diesem Gesichtspunkt geplant und geleistet. Gruppenbildungen und separatistischen Bestrebungen stellen wir Bemühungen, die islamische Religion für politische und materielle Ziele einzusetzen, entgegen.
In Meerbeck sind bislang die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen christlichen Gemeinden und Muslimen sehr eng und herzlich.
Wir dürfen eines nicht vergessen: Wir sind eine Familie!
Da Adam unser gemeinsamer Urvater und Eva unsere gemeinsame Urmutter nach der drei Religionen sind, sind die Menschen eine große Familie. Und diese große Familie muss eigentlich in derselben Welt miteinander leben und auskommen können: Nach Islamischen Glauben, ist der Name der Religion bei Gott nur
``Islam´´ d.h. der Islam ist keine neue oder fremde Religion und der Koran ist also Weiterführung und Vollendung der Bibel.
Darüber ein Vers aus dem Koran: Er hat euch den Glauben verordnet. des er Noah vorschrieb. und was dir offenbarten und Abraham und Moses und Jesus vorschrieben. ``Haltet den Glauben und trennt euch nicht in ihm``
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